Als Gymnasiast kopierte er an freien Nachmittagen alte Meister in der Pinakothek von Ascoli Piceno. ›Entdeckt‹, wie er es gehofft hatte, wurde er nicht, der Museumsdirektor jedoch fing an, ihm privat Zeichenunterricht zu geben. Pericoli veröffentlichte erste Zeichnungen in einer Lokalzeitung, nicht ohne positiven Einfluß auf deren Auflage. So finanzierte er sein Jurastudium in Rom und Urbino, das er jedoch kurz vor dem Examen schmiß: Anstatt in eine Kanzlei ging er nach Mailand und mietete ein Atelier. Heute ist er in Italien eine Institution, berühmt als ein Karikaturist, der Politiker und die intellektuelle Schickeria aufs Korn nimmt, bekannt aber auch als Illustrator, Maler, Bühnenbildner und Werbegraphiker und besonders durch seine Schriftsteller- und Künstlerportraits, die mit feinen Strichen und großer Phantasie ganze Geschichten erzählen.
»Verhexte Magier, Weltenschöpfer verirrt im eigenen Kosmos - so kommen Geistesgrößen aufs Büttenpapier, wenn Tullio Pericoli seine Zeichenfeder zückt. Hauptfiguren in seiner liebevollen gestrichelten zart kolorierten Kunstwelt sind vor allem berühmte Schriftsteller, lebende und lang verstorbene, die majestätisch oder auch hilflos in ihr Geschriebenes einzutauchen scheinen. Sie verschwinden hinter Bücherkaskaden, spähen durch Theatervorhänge, werden von Wolken des Rauchs und der Phantasie umnebelt.« Der Spiegel, Hamburg
»Wer Portraitszeichnungen von ihm kennt, wird sich nicht darüber wundern, daß Tullio Pericoli der erste Zeichner der Welt ist, der gerade mit dem Olaf-Gulbransson-Preis ausgezeichnet worden ist. Seine Portraitzeichnungen sind wunderbare Bildnisse, mehr entschlüsselnde als enthüllende, auf merkwürdige Weise individualisierende, jedesmal ein bißchen überraschende Darstellungen.« Die Zeit, Hamburg
»Der Band ›Porträts‹ enthält Karikaturen zu bedeutenden Geistern der Weltliteratur. Aufs neue bewährt sich hier Pericolis Kunst. Sein feiner Strich zeigt sehr wohl auch die Schattenseiten der Dichtercharaktere. Entlarven jedoch will er die Objekte seiner Analyse keineswegs. Denn bei aller satirischen Neigung ist Tullio Pericoli stets ein Liebhaber geblieben, ein Verehrer der Dichter und Denker, der für seine Verehrung die ihm angemessene Form fand: menschenfreundliche Ironie.« Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Tullio Pericoli ist einer der phantasievollsten italienischen Künstler.« Antonio Tabucchi
»Tullio Pericoli zielt, wie alle großen Portraitisten, auf die Seele ab, ob eine da ist oder nicht, und portraitiert oft, wenn er ein Gesicht portraitiert, in Wirklichkeit einen Gedanken, eine Weltanschauung, einen poetischen oder erzählerischen Stil.« Umberto Eco
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