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Tomi Ungerer
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Über Tomi Ungerer


Tomi Ungerer

Über Tomi Ungerer

»Meine Wurzeln sind im Elsaß, meine Baumkrone ist in Irland.« Der Sohn einer Uhrmacherfamilie lebt heute auf einer 50 Hektar großen Farm in einer zeitlosen Landschaft in Südirland. Straßburg, das Zentrum jener ›Zwischenkultur‹ aus Deutschland und Frankreich, die seiner Meinung nach allzusehr ins Französische kippt, ist Tomi Ungerers zweiter Wohnort. Dort wurde Jean Thomas Ungerer 1931 geboren, aufgewachsen ist er in Logelbach bei Colmar. Ungerer verpatzte die Reifeprüfung – dem Abgangszeugnis mußte er entnehmen, daß er »ein verdorbener und aufsässiger Charakter« sei – und trampte dafür durch ganz Europa bis nach Lappland. Ein Jahr verbrachte er in Algerien bei den französischen Kamelreitertruppen, das heißt, wegen einer Rippenfellentzündung meistens in deren Lazaretten. Aus der Armee entlassen, veröffentlichte er erste Zeichnungen im ›Simplizissimus‹, trat in die Ecole Municipale des Arts Décoratifs in Straßburg ein, wo er nach einigen Monaten höflichst gebeten wurde, doch wieder zu gehen. 1956 landete Ungerer mit 60 $ in der Tasche in New York, den Kopf voll Steinberg, Thurber und Addams und einem Koffer voller Zeichnungen. Er wurde über Nacht zum Star, als Karikaturist, Illustrator und Kinderbuchautor erschienen von ihm in zehn Jahren mehr als 80 Bücher, als Werbegraphiker machte er Kampagnen z. B. für Willy Brandt oder die ›New York Times‹. Mit seiner zweiten Frau Yvonne verließ er 1971 New York Hals über Kopf. »Wir hatten das Stadtleben plötzlich satt: Auf einem Highway dahinjagend, war unserem Leben der Treibstoff ausgegangen; wir hatten uns festgefahren, und so schlugen wir zu Fuß den erstbesten Seitenweg ein und erwarteten nicht einmal das Unerwartete.« Aus Ungerer wurde in Nova Scotia in Kanada ein Farmer, der Schafe, Schweine und Ziegen züchtete.

»Ein stupender, legitimer, ein während Jahren stets wachsender Erfolg. Ein Erfolg aber, der den Erfolgreichen nicht zähmt oder korrumpiert. Im Gegenteil. Ungerer, der zuerst nur frech war, wird nun bissig, bisweilen grausam. Wenn er anfänglich nur mit dem Feuer spielte, legt er jetzt Brände.« Manuel Gasser

»Goya zeichnete 82 Blätter über die Schrecken des Krieges. Ungerer ist ein Goya der Zivilisation, seine 62 Blätter Fornicon informieren über einen Krieg der Geschlechter, der nur Verlierer kennt. Neben ihm ist der George Grosz der zwanziger Jahre ein Idylliker.« Georg Hensel

»Hogarth und George Grosz haben ihr Zeitalter nicht weniger begreiflich gemacht…« Walther Killy

»Tomi Ungerer has never failed the picture book.« Maurice Sendak

»Einer der großen Zeichner dieser Epoche.« Börsenblatt, Frankfurt/Main

»Tomi Ungerer gilt als und hält sich für einen großen Tabubrecher. Getrieben von der Pflicht, Anstoß zu nehmen an der Welt, sich zu empören. Zeugen dafür sind die federgezeichneten immerlächelnden Geiferer der besseren Gesellschaft in ›The Party‹, sind die anatomisch und technisch präzis dargestellten Damen, die in ›Fornicon‹ Hochleistungen an Sexmaschinen vollführen, sind Plakate wie ›White Power, Black Power‹ oder jenes zum Bicentenaire der Französischen Revolution. Auf dem ersten stehen ein Weißer und ein Schwarzer Kopf an Fuß und verzehren genüßlich den Unterschenkel des anderen. Auf dem zweiten schreit Marianne vor Lust, daß Napoleon von hinten kommt.« Gabriele Werffeli / Das Magazin, Zürich

»Ein mit so vielen Talenten Gesegneter hat viele Väter. Ungerers graphisches Werk läßt an Hogarth, Goya, Daumier, Grandville, Beardsley, Ludwig Richter und Saul Steinberg denken. Der Spötter in ihm steht aber auch in der großen Tradition elsässischer Literatursatire, für die hier stellvertretend nur Thomas Murner und Sebastian Brant genannt seien. Benutzt hat Ungerer viele von ihnen, nachgemacht hat er keinen.« Peter Hölzle / Kultur-Chronik, Bonn

»L’enfant terrible du graphisme.« Le Monde, Paris

»Ungerer is one of the most brilliant illustrators at work today.« The New York Times

»Tomi Ungerer ist immer für eine Überraschung gut.« Saarbrücker Zeitung

»Einer der wenigen wirklich volkstümlichen Zeichner unserer Zeit.« Beatrix Nobis / Süddeutsche Zeitung, München

»Einen Rückblick über 33 Jahre künstlerischen Schaffens des Karikaturisten, Zeichners und Buchillustrators Tomi Ungerer gibt eine Ausstellung, die im unterelsässischen Selestat in Anwesenheit des Künstlers eröffnet worden ist: Die Tomi-Ungerer-›33spective‹«. Tages-Anzeiger, Zürich

»Er blickt heute auf weit über 40 Jahre künstlerische Tätigkeit zurück, sein Werk ist aber keineswegs veraltet, sondern hat – wie ein guter Wein – mit den Jahren noch an Kraft gewonnen.« Tages-Anzeiger, Zürich

»Er hat den gnadenlosen Strich. Er hat das gnadenlose Auge. Er besitzt die gnadenlose Ungerechtigkeit des Zynikers, der im Grunde seines Wesens ein Moralist ist.« Reinhardt Stumm / Tages-Anzeiger, Zürich

»Tomi Ungerer is an artist of genius who is original and at the same time speaks directly to people – a rare and unbeatable combination.« Alan Sillitoe





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