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Roland Topor
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Über Roland Topor


Roland Topor

Über Roland Topor

Sein jüdisch-polnischer Vater war 1929 mit einem Stipendium nach Paris an die Kunstakademie gekommen, die dann auch Topor besuchte, aber nur, um nicht zur Armee nach Algerien eingezogen zu werden. Die Okkupation durch die deutschen Truppen überlebte die Familie versteckt auf dem Land. Erste Zeichnungen veröffentlichte Topor 1958 in der Zeitschrift ›Bizarre‹, und das Bizarre wurde seine Spezialität, in der Graphik, der Literatur, im Theater und im Kino. Er machte Zeichnungen für die Laterna-magica-Sequenz in Fellinis »Casanova«. Für die Bayerische Staatsoper stattete er »Ubu Rex« von Penderecki aus, er trat als Schauspieler auf in Werner Herzogs »Nosferatu« und Volker Schlöndorffs »Eine Liebe von Swann«, entwarf Plakate für Oshimas »Im Reich der Sinne« und Schlöndorffs »Die Blechtrommel«. Seinen Roman ›Der Mieter‹ hat Roman Polanski verfilmt.


»Ohne Zweifel vom Humor Gottes inspiriert.« Jacques Prévert

»Roland Topor ist ein menschliches Feuerwerk, das in alle Richtungen sprüht, krachend und aufrüttelnd, unterhaltsam und erschreckend.« Ronald Searle

»Nein, das ist nicht krank, es sei denn, man bezeichne Menschen als krank, die sensibler sind, offenere Ohren haben und ein nicht zu beschwichtigendes Gedächtnis, die ihr Leiden an der Welt auf verletzende Weise artikulieren, weil das ihre einzige Möglichkeit ist, in dieser Welt zu überleben. Krank sind die Verhältnisse, von denen viele gut leben, die kein Interesse haben, sie zu ändern, die aber über Topor so hereindonnerten, daß er zeit seines Lebens um sein Leben kämpfen mußte.« Reinhardt Stumm / Basler Zeitung

»Einer der hintergründigsten Zeichner.« Buchkultur, Wien

»Die kindlich-trotzige Lust, mit der Topor die Fassade der Wohlanständigkeit mit Fäkalien bekleckert, verschließt sich allen höheren Weihen. Der Franzose, Sohn polnisch-jüdischer Emigranten, inszeniert, den großen Surrealisten wie Magritte oder Max Ernst eher gedanklich als stilistisch nahestehend, ein Grand Guignol lustvoller Ängste und angstvoller Lüste. Er ist kein Surrealist im Sinne vieldeutiger Beschwörungen, sondern ein bösartiger Humorist im Sinne eindeutiger Erzählungen. Nicht selten bekommt dabei das Zwerchfell eine Gänsehaut.« Der Spiegel, Hamburg

»Wie Goya spürt auch Topor, daß der Schlaf der Vernunft Monstren gebiert – und vom Triumph der Unvernunft handeln seine Momentaufnahmen einer Wirklichkeit, in der alles immer das schlimmstmögliche Ende nimmt. Topor ist ein Moralist, der keine Tabus kennt. Topors Werk ist eine Biblia pauperum für die Legastheniker des Medienzeitalters.« Helmut Schneider / Die Zeit, Hamburg

»Der letzte Bohemien.« Wolfram Siebeck / Die Zeit, Hamburg

Der Großmeister der makabren Pointe, des bösen Blicks auf das stille Grauen inmitten der Alltagsphänomene.« Gerhard R. Koch / Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Best known for his drawings, this Parisian ›enfant terrible‹ born of Jewish refugees from Warsaw applied his macabre vision with equal ease to novels, theater, opera, television and film.« Jerelle Kraus / New York Times Magazine

»In einer Zeichnung von Topor zu leben, muß meinem Gefühl nach so sein, wie in meinen Filmen zu leben.« Federico Fellini / Süddeutsche Zeitung, München

»Meineide, Abstürze, Szenen einer Ehe – die Wörter sind nicht geschaffen, um Bilder nachzuerzählen, die aus Gesichten entstanden sind, aus einer ungeheuerlichen Einbildungskraft, die – so sehr man Topor ernst nehmen sollte mit seiner Bemerkung, daß er Antworten finden wolle, ohne gleich die ganze Kunstgeschichte zu bemühen – eben doch und zu Topors Glück in einer Tradition vorkommen. Hieronymus Bosch, der Meister der Verdammnis und der höllischen Ausgeburten, zählt ebenso dazu wie unter den Neueren (von Topor sehr geschätzt) Alfred Kubin.« Claus Heinrich Meyer / Süddeutsche Zeitung, München

»Roland Topor zählte zu den vielseitigsten Künstlern seiner Zeit. Er war nicht nur Zeichner und Maler, er war auch Illustrator, Schriftsteller, Schauspieler, Bühnenbildner, Regisseur und Filmemacher. (…) Topor war ein augenzwinkernder Moralist, der sich in einer Welt abstruser Deformation wie in einem Kokon eingehüllt hat. Vielleicht brauchte er das als Schallmauer zur realen Welt, in der das Böse vorzugsweise auf Samtpfötchen daherkommt. Bei Topor hingegen, den Georg Hensel einen ›Sonntagsmaler einer heillosen Welt‹ genannt hat, einer, der den ›Horror auf einer sanften Hirtenflöte bläst‹, werden die Katastrophen zu optischen Kalauern.« Dorothee Müller / Süddeutsche Zeitung, München

»›Topor:‹ Einer, der sich jede Freiheit herausnimmt, gern Tabus bricht, mit Lust provoziert, ohne zu verletzen. Das Schreckliche als witziges Spiel, schwarzer Humor und zuweilen finstere, blutige Poesie.« Tages-Anzeiger, Zürich

»Roland Topor setzt die schwarz-humorige Tradition des Surrealismus wohl mit dem einzigartigsten Talent fort.« Der Spiegel, Hamburg

»He has something of Goya's view of horror, of Steinberg's love of visual pun.« The Sunday Times





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