Er wurde im selben Jahr wie Micky Maus geboren, konnte als Kind weder Rollschuhlaufen noch einen Ball auffangen und hatte keine Freunde. Anstatt draußen zu spielen, beobachtete er, der oft kränkelte, das Geschehen auf den Straßen von Brooklyn vom Fenster aus und begann, was er sah, zu zeichnen und auf Papier eigene Traumwelten zu schaffen. Wichtiger noch als Mark Twain, Melville und Walt Disney wurden für ihn die unglaublichen Geschichten, die sein Vater aus dem Schtetl in der Nähe von Warschau mitgenommen hatte. Bücher wurden für Sendak zu magischen Schatzkisten, denen er sich nach einem festgelegten Ritual näherte. »Zunächst habe ich sie lange liebevoll gestreichelt. Dann habe ich an ihnen gerochen und einmal sogar hineingebissen.« Zusammen mit seinem Bruder Jack malte und fertigte er mit sechs sein erstes Bilderbuch. Während seiner Schulzeit war er als Phasenzeichner bei All American Comics engagiert, ging danach aber nicht an eine Kunstakademie, sondern zu F. A. O. Schwarz an der Fifth Avenue, wo er mit Drahtnetz, Pappmaché, Gips und Farbe die Schaufenster des Spielzeugladens dekorierte. Eine Kinderbuchlektorin war davon so angetan, daß sie Sendak als Illustrator engagierte. Seine Ballade vom kleinen Lausbub Max, den die Mutter ohne Essen ins Bett schickt und der aus Trotz in das Land fährt, wo die wilden Kerle wohnen, wurde bei Erscheinen von Pädagogen mit Entsetzen aufgenommen, von den Kindern jedoch sofort ins Herz geschlossen. Die ›New York Times‹ nannte ihn »einen der mächtigsten Männer der USA, denn er hat der Phantasie von Millionen von Kindern Gestalt gegeben«. Dabei behauptet Maurice Sendak: »Keines meiner Bücher habe ich absichtlich den Kindern gewidmet. Vielleicht verstehen Kinder meine Sprache besser, weil sie sich in den Bildern umsehen können. Eigentlich schreibe und zeichne ich für mich, für das Kind in mir.«
»Maurice Sendak gehört zu den erfolgreichsten Kinderbuchautoren der Welt. In den vergangenen 30 Jahren hat er eine Handvoll Charaktere geschaffen, die für viele Menschen zu wahren Helden ihrer Kindheit geworden sind.« Michael Saur / Börsenblatt des deutschen Buchhandels, Frankfurt
»Sendaks größte Gabe ist sein proustsches Gedächtnis für die eigene Kindheit: die Fähigkeit, das Kinder-Ich wiederzuentdecken – mit aller Intensität der Gefühle und mit der satten Sinnlichkeit, deren nur Kinder fähig sind. (…) Nicht ohne Grund hat die ›New York Times‹ Sendak ›einen der mächtigsten Männer der Welt‹ genannt. Er herrscht in der Kinderwelt – ›eine fürchterliche Verantwortung‹, wie er selbst zugibt.« Christine Brinck / Die Zeit, Hamburg
»Maurice Sendak gilt heute zu Recht als einer der besten Kinderbuchautoren und -illustratoren der Welt, wenn nicht als der beste überhaupt.« Michael Schulte / Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Maurice Sendak ist wohl jener Künstler, der auf Grund eigenen Erlebens, auf Grund auch einer ungeheuren Sensibilität dem inneren Wesen des Kindes am nächsten kommt.« Neue Zürcher Zeitung
»Mr. Sendak is beyond any argument the illustrator of our time.« The New Yorker
»Der Picasso des Kinderbuches.« Time Magazine, New York