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Über Sempé


Sempé

Über Sempé

In seiner Anfangszeit als Künstler hatte er nie genügend Geld, aber für seine Kunst wirklich leiden mußte er wahrscheinlich nur während seiner Militärzeit in Paris. »Ich zeichnete nachts. Im Quartier. Wenn die Kameraden fanden, daß meine kleine Lampe, die ich mir neben das Bett gestellt hatte, sie störte, so warfen sie ihre Stiefel nach mir.« Die blauen Flecken machten sich bezahlt. Bereits mit 19 erhielt er den Prix Carrizey, einen Förderpreis für Nachwuchszeichner. Sempé hatte endlich einen Beruf gefunden; zu Hause in Bordeaux hatte er weitaus weniger Begabung gezeigt, auch in der Schule, wo er mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder in derselben Klasse saß, und später in den verschiedensten Jobs, etwa »bei einem Weinhändler, der mich entließ, nachdem ich die Pleite eines Kunden beschleunigt hatte«. Zeichner zu sein war ganz schön, obschon er damit auf Traumberufe wie Jazzmusiker, Dirigent oder Fußballspieler verzichten mußte. Die Karikaturen in ›Paris Match‹, ›Punch‹, ›Marie Claire‹ und ab 1969 in ›L'Express‹ waren nur die ersten Schritte zum Höhepunkt beim New Yorker, für den er ab 1978 beinahe exklusiv arbeitete und mehr als 50 Covers und zahlreiche Karikaturen zeichnete. In den Figuren von Sempé, diesen urtypischen Vertretern der französischen Bourgeoisie, kann jeder sich selber erkennen. Sie versuchen sich durchs Leben zu philosophieren und wirken auf den Zeichnungen immer zu klein für ihre Umgebung, für ihre Träume und Neurosen. Für den Chronisten der Massengesellschaft ist Humor eine »Waffe gegen alles Unerträgliche im Leben«. Unumgänglich ist es, zusammen mit Sempé Namen wie René Goscinny, Patrick Modiano und Patrick Süskind zu erwähnen. Ohne sie wären Figuren wie der kleine Nick, die kleine Tänzerin Catherine und Herr Sommer undenkbar.

»Sempé ist zum Chronisten der Massengesellschaft in Frankreich geworden, mit ihren Technokraten, ihren Fernsehchansonniers, ihrem Kultsnobismus, ihren Ferienklubs, ihrem Starkult, ihrer Reklame, ihren veränderten Konsumgewohnheiten, ihren Schwierigkeiten mit der Anpassung an neue Verhältnisse zwischen zu kleinen Wohnungen und zu engen Autostraßen, mit ihren Neurosen. Seine Komik kann die der Situation, der Gags, der Schocks sein – und ist Jacques Tatis Filmen verwandt, wenngleich herber.« François Bondy

»Viel bewundert wird seine Fähigkeit, aus gewaltigen Nasen, winzigen Mundaugenstrichen und fehlenden Kinnpartien eine vollständige Mimikpalette zu zaubern, gerühmt die Kunst, den hundert Klein- und Nebendarstellern, den zahllosen Einzelheiten ein eigenes Leben zu schenken. Mit kleinen Aquarelltupfern lenkt er die Aufmerksamkeit, fesselt er den Blick, ohne ihn zu binden. Abgeklärt sein trockener, liebevoller Witz, immer zart vom Leben gezeichnet. Sempé erzählt stummfilmgleich in Bildern für Kinder jeden Alters, und darunter und darüber geht der ›erwachsene‹, gesetzte Text, er verdoppelt und ironisiert die Bilder, kommentiert und führt sein eigenes Leben. Natürlich verhaken sich da manche Fremdwörter, rutschen die Sätze nicht wie gutverdaulicher Kinderbrei, für den man keine Zähne zum Beißen braucht.« Konrad Heidkamp / Die Zeit, Hamburg

»Der bekannteste französische Zeichner.« Kurier, Wien

»Der größte Zeichner unserer Zeit.« Magazine littéraire, Paris

»Jean-Jacques Sempé ist verspielter Romantiker und lächelnder Melancholiker zugleich; immer ein Herr der leisen, verhaltenen Töne. Ein Flaneur zwischen nostalgischen Skurrilitäten und modernem Alltag.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein meisterhafter Zeichner und ironischer Poet.« Rolf Dieckmann / Stern, Hamburg

»Sempé, der französische Cartoonist und hintersinnige Kommentator des Allzumenschlichen!« Süddeutsche Zeitung, München





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