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Über Paul Flora


Paul Flora

Über Paul Flora

Reisen – außer nach Venedig – gehörte nie zu den Lieblingsbeschäftigungen des gebürtigen Südtirolers, was angesichts der politischen Umstände auch gar nicht nötig war: »Ich wurde als italienischer Untertan geboren, wurde mit sechs Jahren für zehn Jahre Österreicher, war dann sieben Jahre deutscher Staatsbürger und bin seit 1945 wieder Österreicher.« Im Gymnasium waren keine Erfolge zu feiern, er mußte mehrere Klassen wiederholen. Die Freiheit an der Kunstakademie München behagte ihm mehr. »Ich war in der Zeichenklasse Olaf Gulbranssons; da aber weder der Altmeister, geschweige denn ich das Bildungsinstitut je besuchten, lernte ich ihn erst 15 Jahre später kennen.« Das war 1944, und überhaupt war In-die-Schule-Gehen alles andere als alltäglich. Paul Flora wurde eingezogen und geriet für kurze Zeit in amerikanische Gefangenschaft. Daraus entlassen, kehrte er nach Innsbruck zurück, wo er seit 1947 in der Villa auf der Hungerburg lebt und zeichnet, wie alle jungen Künstler jedoch zunächst am Hungertuch nagen mußte. In der Provinz kann nur leben, wer nicht von ihr abhängig ist: Flora wurde 1949 Mitarbeiter der Münchner ›Neuen Zeitung‹ und 1957 der politische Karikaturist der Hamburger Wochenzeitung ›Die Zeit‹. In 14 Jahren zeichnete er über 3500 politische Karikaturen, obwohl er nach eigenem Ermessen »wirklich wenig von Politik und insbesondere sehr wenig von deutscher Politik« versteht. Daneben schuf er unzählige ›freie‹ Zeichnungen, die in allerlei Büchern festgehalten sind, in allerlei Sammlungen verstreut und in aller Welt gezeigt werden. »Er schreibt in der Muttersprache aller Völker. Flora ist ein Bilderschriftsteller. Er ist ein Literat«, sagte Erich Kästner, und es gibt noch viele andere ›Berufsgenossen‹, die Paul Flora loben, wie etwa Hermann Hesse, der von seinem Vergnügen an den »grotesken und zugleich graziösen« Zeichnungen sprach. (Diogenes Autoren Album)

»Paul Floras Zeichnungen bleiben, weil sie nicht Kommentare, sondern Welten sind.« Peter Bichsel

»Der Tiroler Flora ist der Denker und Grübler unter den Karikaturisten.« Friedrich Dürrenmatt

»Paul Floras Zeichnungen sind ein Vergnügen - grotesk und zugleich graziös.« Hermann Hesse

»Der Zeichner ist mit dem Schriftsteller viel enger verwandt als mit dem Maler. Der Zeichner und der Schriftsteller, diese Zwillinge, sind Erzähler. Flora ist ein Bilderschriftsteller. Er ist ein Literat.« Erich Kästner

»Ich hege große Bewunderung für Paul Flora. Er gehört zu den Zeichnern, die unsere Epoche zu bereichern vermögen, und ich staune immer wieder über seine Ideenvielfalt. Ich ziehe brüderlich meinen Hut vor ihm.« Georges Simenon

»In der Grauzone ist er immer noch König. Auf dem Gebiet der europäischen Kreuzschraffur hat es bisher keiner gewagt, ihm den führenden Platz streitig zu machen. Flora ist kein schwarzer Humorist. So einfach macht er es sich nicht. Er ist ein sanfter Grisaille–Meister, der durch den Dienstboteneingang unauffällig Burg, Villa oder Palast betritt, um dem bösen Herrscher oder einem verwandten Finsterling eine kleine, unangenehme Überraschung zu bereiten, einen feinen, tödlichen Nadelstich zu versetzen.« Peter Winter / Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Obwohl er den Zeitgeist nicht bedient, ist er mit seinen Graphiken präsent. Paul Flora ist ein Zeichner, der, obwohl Skeptizist, eher melancholisch als sarkastisch darauf reagiert, daß ihm der Glaube an den Fortschritt der Menschheit abhanden gekommen ist.« Annette Lettau / Süddeutsche Zeitung, München

»Paul Flora zeigt mit seinen sensiblen Linien, wie wenig eine große Hand wiegt, wenn sie sich auf so viel Talent aufstützen kann.« Süddeutsche Zeitung, München

»If there is a more brillant, economical and indisive cartoonist operating anywhere in present-day journalism, it would be interesting to know of him.« The Times, London

»Paul Flora is one of those gifted draftsmen, like America's Paul Steinberg, who have pushed cartoonig into the precincts of the finer art.« Atlas, New York





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